Säuglingsultraschall
Behandlungen
Der Säuglingsultraschall ist eine essenzielle Vorsorgeuntersuchung in der Kinderorthopädie und dient der frühzeitigen Beurteilung der Hüftentwicklung bei Neugeborenen. Da das Skelett von Neugeborenen in den ersten Lebenswochen noch maßgeblich aus Knorpel besteht, bietet der Säuglingsultraschall die einzige Möglichkeit, die Gelenkstrukturen ohne Strahlenbelastung und komplett schmerzfrei präzise darzustellen.
Durch den gezielten Einsatz des Säuglingsultraschalls können orthopädische Auffälligkeiten früh erkannt und bei Bedarf rechtzeitig behandelt werden, bevor es zu bleibenden Einschränkungen kommt.
Was ist ein Säuglingsultraschall?
Der Säuglingsultraschall ist eine spezielle Form der Hüftsonographie, bei der die Hüftgelenke von Säuglingen mittels Ultraschall untersucht werden. Diese Untersuchung wird häufig auch als Säuglingshüftultraschall bezeichnet.
Es handelt sich um ein bildgebendes Verfahren, bei dem Schallwellen zur Darstellung der Säuglingshüfte genutzt werden. Im orthopädischen Kontext geht es primär darum, die Verknöcherung des Pfannendachs und die Stellung des Hüftkopfes zu prüfen. Da Fehlstellungen in diesem Stadium oft schmerzfrei sind, ist der Säuglingsultraschall das wichtigste Werkzeug, um Reifungsverzögerungen zu erkennen, bevor dauerhafte Schäden entstehen.
Das Hüftgelenk formt sich noch im Säuglingsalter und die Hüftsonographie ermöglicht eine besonders genaue Einschätzung des Entwicklungsstandes.

Dr. Gregor Pittl
Facharzt für Orthopädie und Traumatologie in Innsbruck

Häufige Einsatzgebiete des Säuglingsultraschalls
Ein Hüftultraschall bei Säuglingen wird standardmäßig zwischen der 6. und 8. Lebenswoche durchgeführt. In bestimmten Fällen ist ein vorgezogener Säuglingshüftultraschall bereits kurz nach der Geburt notwendig. Bei bestimmten Risikofaktoren ist ein vorgezogener Säuglingsultraschall bereits in den ersten Lebenstagen sinnvoll.
Einsatzgebiete des Säuglingsultraschalls in der Kinderorthopädie insbesondere bei:
- Routinemäßige Hüftsonographie bei Neugeborenen (zwischen der 6. und 8. Lebenswoche)
- Früherkennung einer Hüftdysplasie
- Abklärung bei familiärer Vorbelastung
- Kontrolle bei Beckenendlage oder Mehrlingsgeburten
- Nachuntersuchungen bei auffälligen Vorbefunden
- Beurteilung der Säuglingshüfte bei Bewegungseinschränkungen
Ziele des Säuglingsultraschalls und mögliche Befunde
Der Säuglingsultraschall verfolgt das Ziel, die Hüftentwicklung (z.B. eine altersgerechte Ausformung der Hüftpfanne) frühzeitig zu beurteilen, und Abweichungen rechtzeitig zu erkennen. Dr. Gregor Pittl nutzt den Säuglingsultraschall, um den Reifegrad der Gelenke nach der international anerkannten Graf-Klassifikation einzustufen. Durch die Hüftsonographie lassen sich Entwicklungsstörungen sicher einordnen und engmaschig begleiten.
Mögliche Befunde im Rahmen des Säuglingsultraschalls sind:
- Normale Hüftentwicklung: Das Pfannendach ist gut ausgebildet und umschließt den Hüftkopf stabil. Es ist keine weitere Behandlung erforderlich
- Hüftdysplasie: Die Hüftpfanne ist zu flach oder zu steil, sodass der Hüftkopf keinen ausreichenden Halt findet. Eine Hüftdysplasie beim Säugling kann unbehandelt zu frühzeitigem Gelenkverschleiß führen.
- Hüftluxation: Die schwerste Form, bei welcher der Hüftkopf bereits aus der Pfanne ausgetreten oder leicht verschiebbar ist.
Eine Hüftdysplasie beim Säugling kann bei frühzeitiger Diagnose meist konservativ begleitet werden. Der Säuglingsultraschall ist daher ein wesentliches Instrument, um die Entwicklung der Säuglingshüfte sicher zu beurteilen.
Ablauf des Säuglingsultraschalls
Der Säuglingsultraschall ist für Ihr Kind vollkommen schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten:
- Vorgespräch mit den Eltern: Erhebung relevanter Informationen zu Schwangerschaft, Geburt und familiären Faktoren
- Vorbereitung: Das Baby wird entkleidet und in einer speziellen Seitenlagerungsschale sanft fixiert, damit die Hüfte stabil liegt
- Untersuchung: Schonende Lagerung bzw. Positionierung des Babys. Dr. Gregor Pittl trägt ein Kontaktgel auf und führt den Ultraschallkopf über die Hüftregion
- Vermessung: Direkt am Monitor werden Winkelmessungen (Alpha- und Beta-Winkel) vorgenommen, um die Säuglingshüfte exakt zu klassifizieren
- Befundbesprechung: Im Anschluss an den Babyultraschall werden die Ergebnisse (Einordnung nach etablierten kinderorthopädischen Kriterien) und das weitere Vorgehen sofort mit den Eltern besprochen und im Gelben Heft dokumentiert

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Dr. Gregor Pittl
Der Säuglingsultraschall ist eine sichere und bewährte Untersuchung zur Beurteilung der Hüftentwicklung im frühen Kindesalter. Eine frühzeitige Abklärung der Säuglingshüfte kann entscheidend dazu beitragen, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und konservativ zu begleiten.
Kontaktieren Sie uns, wenn Sie einen Säuglingsultraschall durchführen lassen möchten. Es besteht auch die Möglichkeit einer erweiterten Privatsprechstunde.

Häufig gestellte Fragen
Ist der Säuglingsultraschall für mein Baby gefährlich?
Nein. Im Gegensatz zum Röntgen arbeitet der Säuglingsultraschall mit Schallwellen, die keinerlei Strahlenbelastung verursachen. Die Untersuchung ist absolut sicher und kann bei Bedarf beliebig oft wiederholt werden.
Warum wird der Hüftultraschall bei Säuglingen erst in der 4. Woche gemacht?
Die Hüfte macht in den ersten Lebenswochen einen natürlichen Nachreifungsschub durch. Die Untersuchung in der 4. bis 5. Woche ist ideal, um zwischen einer vorübergehenden Unreife und einer behandlungsbedürftigen Hüftdysplasie Säugling zu unterscheiden.
Was passiert bei einem auffälligen Befund?
In den meisten Fällen reicht eine konservative Behandlung aus. Durch breites Wickeln oder eine Spreizhose wird die Hüfte in eine Position gebracht, in der die Pfanne optimal nachreifen kann.
Müssen die Kosten für den Säuglingshüftultraschall selbst übernommen werden?
Der Säuglingsultraschall im Rahmen der U3 ist eine gesetzliche Kassenleistung. In unserer Privatsprechstunde bieten wir Ihnen darüber hinaus zeitnahe Termine und eine ausführliche fachärztliche Beratung durch Dr. Gregor Pittl an.

